Bei den Römern in der Saalburg

Ein etwas größerer Trupp betrat am Freitag, den 26. Oktober 2018, das Areal der Saalburg in Bad Homburg. Ich rede nicht von römischen Soldaten aus Raetia oder von den Germanen, die die Grenze gestürmt haben, sondern von den Lateinklassen der siebten (7acd) und neunten (9acd)  Jahrgangsstufe von Frau Dagdemir in Begleitung von Frau Schleuning. Die Saalburg war ein römisches Kastell, das als Militärlager und zum Schutz des Limes diente. Sie wurde im 19. Jahrhundert von Kaiser Wilhelm ll., orientiert am Original und an besonderen Wünschen des Monarchen, wiederaufgebaut. So besitzen die Wachtürme an der vorderen Seite nur zwei statt drei Stockwerke und stehen näher zusammen als es ursprünglich der Fall war.

Begonnen hat unsere Tour in der Saalburg mit einer Führung. Als uns die Museumsführerin („Spiritus Rectrix“) einen Überblick über die Geschichte und Funktion des Kastells gab, wurde uns schnell klar, dass wir auf römischem Gebiet stehen und nur ein geordneter Marsch toleriert wird. So marschierten wir zu den einzelnen Orten des Kastells, in denen uns das Leben der Soldaten bildlich wie auch erzählerisch näher gebracht wurde. So wurden Mitschüler zu verschiedenen Soldaten, wie z. B. miles sextus oder miles septimus, oder zu Göttern wie Jupiter und Neptun.

Weiter ging es mit dem Speerwurf und Bogenschießen. Die Kunst des Speerwurfs wurde uns anhand einer hasta gezeigt, einer Stoßlanze, die eigentlich nicht zum Werfen geeignet war. Geworfen wurde im Lauf, wobei das Ziel war, einen dreieckigen Sandkasten zu treffen. Im Lauf, sagte uns die Expertin, solle man den Mut der Römer in Form eines lauten Schreis hören. Das Bogenschießen wurde uns anhand eines Kompositbogens gezeigt. Dabei sollte eine auf einen Strohballen gemalte Zielscheibe getroffen werden. Erwähnt sei, dass wir neben der Fachkraft, die uns am Schießstand die Anweisungen gab, bereits zwei Bogenschützinnen mit Frau Schleuning und Frau Dagdemir an Bord hatten.

Nach der Tour durften wir das Kastell nochmals auf eigene Faust erkunden. Manche gingen in die Taverne, saßen draußen und unterhielten sich oder besuchten die Ausstellungen. In einer der Ausstellungen konnte der Besucher zum Römer werden, indem er sich selber in das vorgegebene Bild einfügte. So wurde ein Schüler zum antiken Zahnarzt, der mit einer Zange und ohne Narkose einen Patienten operierte. In einer anderen Ausstellung konnte man die ausgegrabenen Schätze begutachten, die Archäologen im Kastell gefunden haben. Einer dieser Schätze war eine römische Schuhkollektion. Zum Schluss fanden sich alle wieder am Eingang des Kastells ein und verließen dieses mit dem Gefühl, ein tolles Erlebnis hinter sich zu haben.                    

Sebastianus Maesel, 9d

   
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