Weitere Mitglieder der Weißen Rose
Alexander Schmorell
Alexander Schmorell wurde am 16. September 1927 in Russland geboren, doch da seine russische Mutter sehr jung starb zog er mit seinem Vater, einem deutschen Arzt, und seinem russischen Kindermädchen, die die Position seiner Mutter für ihn einnahm, nach Deutschland. Nach seinem Abitur wurde er zum Reichsarbeitsdienst und zur Wehrmacht einberufen und nahm am 'Anschluss Österreichs' und am Einmarsch in die Tschechoslowakei teil. 1939 begann er ein Medizinstudium in Hamburg, doch 1940 kehrt er nach München zurück, wo er sein Studium fortsetzte und Hans Scholl und Willi Graf kennenlernte. Mit ihnen zusammen verfasste er die ersten vier Flugblätter. 1942 nahm Alexander Schmorell, wie auch Hans Scholl und Willi Graf, am sogenannten 'Unternehmen Barbarossa' teil. Er war auch an der Herstellung des 5. Flugblatts beteiligt, welches er in österreichischen Städten verteilte und war bei den nächtlichen Aktionen dabei, in denen er, Hans Scholl und Willi Graf 'Nieder mit Hitler', 'Freiheit' und ähnliche Parolen an die Häuserwände schrieben. Nachdem die Geschwister Scholl und Christoph Probst verhaftet worden waren, versuchte Alexander Schmorell zu fliehen, doch er wurde am 24. Februar 1943, am Tag der Beerdigung seiner Freunde, verhaftet und schließlich, nach dem zweiten Prozess gegen die "Weiße Rose", am 19. April zum Tode verurteilt. Am 13. Juli wurden er und der Universitätsprofessor Kurt Hubert in München-Stadelheim hingerichtet.
Willi Graf
Willi Graf wurde am 2. Januar 1918 in Euskirchen-Kuchenheim als Sohn eines kaufmännischen Geschäftsführers geboren. In seiner Jugend war er nicht nur Messdiener, sondern trat auch in den Bund Neudeutschland ein, einen Bund katholischer Jungen höherer Schulen, der von den Nationalsozialisten verboten wurde. Da er jedoch weiterhin ähnlichen Organisationen, wie dem Grauen Orden, beiwohnte, sogar während des Anfangs seines Medizinstudiums in Bonn, wurde er 1938 für einige Zeit inhaftiert. 1942 kam er als Mitglied einer Studentenkompanie nach München, wo er mit Hans Scholl und der "Weißen Rose" in Kontakt kam. Am 18. Februar 1943 wurde er zusammen mit seiner Schwester Anneliese verhaftet und am 19. April unter anderem wegen Hochverrats zum Tode verurteilt.
Professor Kurt Huber
Kurt Huber wurde am 25. Oktober 1893 in Chur geboren. Er verbrachte den Großteil seiner Kindheit und Schulzeit in Stuttgart, doch nach dem frühen Tod seines Vaters ließ seine Mutter sich 1911 in München nieder. An der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität studierte er Musikwissenschaften, Philosophie und Psychologie und promovierte im Jahr 1917 über den Renaissance-Musiker Ivo de Vento mit der Beurteilung „summa cum laude“. Drei Jahre später (1920) habilitierte sich Kurt Huber in Psychologie und begann 1926 als außerordentlicher Professor seine Dozentenzeit an der Münchner Universität. Lehraufträge für Psychologie und Methodenlehre boten ihm eine bescheidene existenzielle Sicherung. Die Berufung auf einen ordentlichen Lehrstuhl wurde seit 1933 durch die nationalsozialistische Hochschulpolitik verhindert; als Begründung diente ein fadenscheiniges Argument: Kurt Huber hatte eine kaum wahrnehmbare körperliche Behinderung durch eine Nervenerkrankung mit Lähmungsfolgen in der Kindheit. Der eigentliche Grund waren politische Denunziationen, unter anderem durch Herbert Gerigk, der in einem Schreiben an den Reichsstudentenführer vom 19. November 1936 geschrieben hatte: „Hubers Bindungen zum Katholizismus und sogar eine ausgesprochen parteifeindliche Haltung sind eindeutig erwiesen“. Nach einer Beurteilung vom 18. Januar 1940 durch das NSDAP-Gauamt München galt Huber zwar weiterhin als „bedenklich“, aber nicht ablehnenswert. Daraufhin stellte Huber am 15. Februar 1940 einen Antrag auf die Mitgliedschaft in der NSDAP und wurde am 1. April 1940 als Parteimitglied Nr. 8.282.981 registriert. Nach seiner Verhaftung Ende Februar 1943 wurde er am 3. April 1943 aus der Partei ausgestoßen. Den zweiten wissenschaftlichen Schwerpunkt bildete seine Musikbegabung. Sein ganz besonderes Interesse gilt dabei der Volksliedforschung, die ihn mit Carl Orff und dem Kiem Pauli, einem bekannten Volkssänger und Musikanten in Bayern zusammenführt. Auf Veranlassung von Kurt Huber und dem Kiem Pauli wurde zum Beispiel 1930 das erste oberbayerische Preissingen in Egern durchgeführt, bei dem Volksmusikgruppen aus ganz Bayern und Tirol auftraten. Durch seine Veröffentlichungen über Musikpsychologie, Musikästhetik und vokaltheoretische Forschungen gewann Kurt Huber zunehmend Anerkennung in der wissenschaftlichen Welt. So war schon im Jahr 1937 ein Ruf nach Berlin erfolgt. Dort baute er das Volksmusikarchiv auf. Ihm wurde auch versprochen, er dürfe dort an der musikwissenschaftlichen Hochschule Vorlesungen halten. Das Versprechen wurde aber nicht eingelöst, da er sich weigerte, für den NS-Studentenbund Kampflieder zu komponieren. Daraufhin kehrte der Professor, der inzwischen mit seiner Frau Clara eine Familie gegründet hatte, nach München zurück. Mahnmal für die „Weiße Rose“ vor der LMU München. Im Dezember 1942 suchten Hans Scholl und Alexander Schmorell den Kontakt zu Professor Kurt Huber. Gemeinsam verfassten sie im Januar 1943 das fünfte Flugblatt „Aufruf an alle Deutschen!“ der „Weißen Rose“, einer Widerstandsgruppe in München während der Zeit des Nationalsozialismus, die im Sommer 1942 gegründet worden war. Das sechste Flugblatt wurde von Kurt Huber allein verfasst, aber von Hans Scholl und Alexander Schmorell redigiert. Es wurde der Gruppe zum Verhängnis. Es wendete sich gegen die Kriegspolitik des Dritten Reiches. Nachdem nicht alle Exemplare verschickt werden konnten, wurde beschlossen, die übrig gebliebenen Flugblätter an der Münchner Universität zu verteilen. Die Umstände sind bis heute nicht ganz geklärt. Am 18. Februar 1943 versuchten die Geschwister Scholl, die Blätter an der Universität auszulegen, wurden dabei vom Hausmeister entdeckt und von diesem an die Gestapo ausgeliefert. Während die Geschwister Scholl bereits am 22. Februar zusammen mit Christoph Probst hingerichtet wurden, erging das Todesurteil gegen Kurt Huber, Willi Graf und Alexander Schmorell erst in einem zweiten Prozess vor dem Volksgerichtshof. Kurt Huber und Alexander Schmorell wurden am 13. Juli 1943 im Gefängnis München-Stadelheim enthauptet, die Hinrichtung Willi Grafs erfolgte am 12. Oktober 1943 ebenfalls durch das Fallbeil. In seiner Verteidigungsrede vor dem Volksgerichtshof hatte sich Kurt Huber zu seiner konservativ, völkischen Einstellung bekannt. Er kritisierte an der NSDAP, dass sie die wahre Volksgemeinschaft... zunichte gemacht und keinen wahren, germanischen Führerstaat errichtet habe. Professor Kurt Huber wurde in einem Familiengrab auf dem Alten Teil des Münchner Waldfriedhofs beigesetzt. Heute sind die beiden Plätze vor dem Universitätsgebäude an der Ludwigstraße in München nach den Geschwistern Scholl und Professor Huber benannt, ebenso die Straße in Gräfelfing, in der er zuletzt wohnte. Vor dem Eingang der Universität erinnern in den Boden eingelassene Bronze-Nachbildungen der Flugblätter an die „Weiße Rose“. (Quelle: Wikipedia "Kurt Huber")
