Sophie Scholl

Eine kurze Biographie

Sophie Scholl wurde am 9.Mai 1921 in Forchtenberg an der Kocher als Tochter des liberalen Bürgermeisters Robert Scholl und dessen Frau Magdalene (geb. Müller) geboren. Sie wächst zum Großteil in Ulm auf und wird christlich-humanistisch erzogen. In ihrer Gymnasialzeit glaubte sie, genau wie ihr Bruder Hans, an das nationalsozialistische Gemeinschaftsideal, dass überall propagiert wurde, und gehörte sogar zum BDM (Bund deutscher Mädel, eine Art Hitlerjugend für Mädchen).

Später jedoch folgt sie ihrem Bruder in die Bündische Jugend, das Ideal der Nazis beginnt für sie zu bröckeln und im Zuge ihrer Aktivitäten bei besagter Gruppe wird sie im Dezember 1937 sogar für einige Zeit inhaftiert.

Im Jahre 1940 begann Sophie eine Ausbildung als Kindergärtnerin und im Zuge ihrer Arbeit und der dort gewonnenen Eindrücke, entwickelt sie eine immer tiefere Abneigung gegenüber dem nationalsozialistischen Regime.

Zwei Jahre darauf beginnt sie an der Münchner Universität ein Biologie- und Philosophiestudium. Da ihr Bruder an derselben Universität Medizin studiert, kommt sie in Kontakt mit anderen Studenten, die ebenfalls anti-nationalsozialistisch eingestellt sind und sie in ihrer Ansicht sogar bestärken. Da sie entschlossen ist, ihre Kritik öffentlich zu verkünden, obwohl dies illegal ist, nimmt sie an der Flugblätterverteilung der studentischen Widerstandsgruppe "Weiße Rose" teil. Im Januar 1943 ist sie erstmals sogar an der Herstellung eines Flugblattes beteiligt.

Leider jedoch verursachen die unter anderem sogar in Köln, Stuttgart, Wien und Berlin verteilten Flugschriften großen Aufruhr bei der Regierung und bereits Ende Januar, Anfang Februar, schränkt die Gestapo ihre Untersuchung auf die Münchener Studentenkreise ein.

Am 15. Februar ist das 6. Flugblatt der "Weißen Rose" fertig gestellt, das zur Stürzung des NS-Regimes aufruft und zu einer Bildung eines "neuen, geistigen Europas" anregt. Es wurde sogar in England nachgedruckt und mit Flugzeugen über Deutschland abgeworfen und sein Inhalt wurde vom englischen Sender BBC (British Broadcast Corporation) verbreitet.

Am 18. Februar werden die Geschwister Scholl von einem Hausmeister beim Verteilen der Flugblätter beobachtet und zusammen mit Christoph Probst, einem weiteren Mitglied der "Weißen Rose", verhaftet. Nach drei Tagen Verhör folgt am 22. Februar 1943 der Prozess vor dem Volksgerichtshof. Sophie wird, genau wie ihr Bruder Hans und Christoph Probst, zum Tode verurteilt und am selben Tag im Strafgefängnis München-Stadelheim hingerichtet.